Erfahrungen & Bewertungen zu Gesundheitspraxis Petra Kaufmann

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Familiengeheimnisse

Ich habe mir überlegt, da ich immer viel zu berichten habe, ich mache einen Blog. Welches Thema ist wichtig und interessant? Da es mich auch selbst betroffen hat, fange ich mit der Überschrift der Familiengeheimnisse an. Du denkst vielleicht: „Das gibt es bei uns nicht!“ Da wäre ich mir nicht so sicher. Die letzte Zeit häuft es sich, dass meine Klienten immer sagen, wenn ich etwas nachfrage:“Das weiß ich nicht, da hat niemand drüber geredet.“ So ist das oft und ich kann dir sagen, dass dieses Schweigen und dieses Nicht-Reden ein großer Indikator für ein „Geheimnis“ ist.

Besonders betroffen war die Generation des 2. Weltkriegs. Die Männer waren im Krieg. Haben so viel Traumatisches erlebt, da konnten und wollten sie nicht mehr reden. Allerdings hätte es das gebraucht. Das Schweigen steht auch für weggeschlossene Emotionen. Sie konnten gar nicht mehr reden. Energetische Arbeit ist bei der Auflösung dieser Geschichten oft ein Zauberkästchen. Ich möchte euch ein Beispiel aus meiner Arbeit geben.

Ein Fall aus der Praxis

Ein Klient, der regelmäßig Alkohol getrunken hat (evtl. auch mal 1 Kasten Bier pro Tag) sagte zu mir: „Ich trinke, oft auch zuviel, ich habe aber das Gefühl, es gehört gar nicht zu mir.“ In der ersten Sitzung kam heraus, dass der eine Opa im Krieg war und Freundschaft mit einem alten Russen geschlossen hatte. Allerdings hatte dieser noch ein Schwein. Es war Winter, alle hatten Hunger. Der Opa verriet den alten Russen an die Deutschen. Die nahmen das Schwein mit und erschossen den alten Mann. Ein Leben lang hat sich der Opa das vorgeworfen, aber nicht darüber geredet. Die andere Hälfte der Familie kam aus Pommern, einem alten Teil von Deutschland. Von heute auf morgen kam der Russe und sie mussten fliehen. Alles in einem Wagen. Ein Kind starb auch noch.

Wurde geredet? Nein! Es wird immer grob was angerissen, wenn nachgefragt wird. Erklärt wird nichts. Meistens wird man ganz kurz abgespeist. Ich kann euch sagen, dass sich das in den Generationen fortsetzt. Von Generation zu Generation. Die unterdrückten Gefühle werden weitergegeben und auch das, was sich nach außen äußert. Innerlich ist es Trauer, Verzweiflung und vielleicht Scham, nach außen kommt dann aber die Wut, Egoismus oder Verbitterung. Alles nur, weil nicht geredet wird. Mein Klient hat 2 Sitzungen gemacht und hat festgestellt, dass er nur Träger dieser Emotionen war. Das haben wir geändert. Als das weg war, musste er nicht mehr trinken. Er war befreit.

Bleibt dran!

Kennt ihr das aus euren Familien auch, wo ihr nachfragt und ihr erhaltet keine Antwort. Man spürt direkt die Blockade. Ich kann euch nur empfehlen, da dran zu bleiben und zu fragen. Wenn ihr keine Antworten erhaltet, kann man das auch anders lösen. Es ist für euch so wichtig. Ihr tragt den alten Kram mit, der eigentlich gar nicht zu euch gehört. Macht reinen Tisch, sorgt für euch. Ohne Altlasten lebt es sich deutlich besser. Da fließt nämlich die Epigenetik mit ein. Die ist dafür zuständig, dass von Generation zu Generation die Emotionen übergeben werden. Das führt soweit, dass die DNA verändert werden kann. So, genug geredet. Du weißt jetzt, dass es das Thema gibt. Das ist wichtig. Mir geht es um Lebensqualität und das du dein Leben glücklich leben kannst. Energetisch würde ich sagen, sind das alte Decken die dich zudecken. Also weg damit. Es bleibt spannend.

Gesundheitspraxis in der Zeitung

Heute war ich durch einen grossen Artikel in der Zeitung. Es ging um die Corona Zeit und einer ganzen Umfrage zum Thema Heimat. Ich habe mich gefreut und der Artikel wurde doch sehr viel grösser, als ich gedacht habe. Vielen Dank an den Usinger Anzeiger und Michelle Götz.

"Erlöse mich von dem Bösen!"

“ Erlöse uns von dem Bösen!“

Den Satz habe ich gerade gehört in einem Interview von Monika Gruber. Bin ich schon wieder beim Thema Glauben. Die letzte Zeit habe ich gedacht, schreib mal was Lustiges, keiner liest deine moralische Keule. Ich find es im Moment aber so gar nicht lustig. Eins ist mir die Woche wieder klar geworden. Alles was wir tun und was wir machen, tun wir für uns. Wenn ich denke, ich muss was schreiben, dann tu ich das, unabhängig davon, wer es sonst noch liest, in erster Hinsicht, für mich. Wenns nach mir geht, hätten wir hier eine gute Welt. Wir leben in Frieden, mit Empathie, Ehrlichkeit, Gleichberechtigung, mit der Natur, wir helfen uns gegenseitig. Haben wir aber alles nicht. Manchmal werde ich verrückt, weil ich es nicht ändern kann. Ich kann mich aber ändern. Mein Leben. Viele ärgern sich über viele Dinge, lassen sie aber weiter geschehen. Das ändert doch nichts. Ich will euch nicht bekehren, aber denkt doch mal drüber nach. Erlöse uns von dem Bösen, heißt es im Vater unser. Sehr komisch, ich hab lange nichts mit Glauben zu tun gehabt, aber im Moment ist es ein für mich präsentes Thema. Allerdings nicht der Glauben der katholische Kirche. Was ist denn das Böse? Dein Arbeitgeber, die Regierung, dein Nachbar, deine innere Stimme, dein Kontostand? Für dich fühlt es sich bedrohlich an, oder? Böses hat was mit Angst zu tun und die geht im Moment um. Das schnürt die Leute ein. Du hast es aber in der Hand zu sagen: „Nein“. Du machst mir keine Angst mehr. Ich glaube, dass habe ich schon lange gesagt. Die größte Angst, ist die vorm Sterben. Ich bin da gelassen, mein Mann wird da immer verrückt. Ich glaube an das Leben nach dem Tod. Wenn ich sterben soll, dann ist das Schicksal. Aber alles andere kann ich beeinflussen. Ich sag immer: „Ich muss gar nichts, nur sterben“. So halte ich das auch. Eins kann ich sagen, wenn die Angst weg ist, kommt der Mut. Pfeift doch mal drauf, probiert was anderes. Was soll passieren? Vielleicht was wunderbares Neues. Ich hab keine Lust mehr drauf von allen gesagt zu bekommen, wie mein Leben geht. Das weiß ich für mich schon selber und da braucht es auch nicht viel dafür. Überlegt die Konsequenzen, wenn ihr die aushaltet, dann los. Was mir gerade in den Kopf kommt ist das Gedicht von Dietrich Bonhoeffer „Von guten Mächten wunderbar“ , da heißt es:

 

 

 

13. Oktober 2020

 

Gedicht Dietrich Bonhoefer " Von guten Mächten wunderbar"

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Dietrich Bonhoeffer, Von guten Mächten, in seinem Brief an Maria von Wedemeyer aus dem Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamts in Berlin, Prinz-Albrecht-Straße, 19. Dezember 1944. Erstmals veröffentlicht 1951 in: Eberhard Bethge (Hrsg.), Dietrich Bonhoeffer. Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft.

Er war inhaftiert im KZ Flossenbürg und wurde 19 45 wegen dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus gehängt.

Das meine ich mit Mut. Für seine Dinge einstehen, zu sich stehen. Wenn es so sein soll, auch bis zum Tod.

Petra Kaufmann

Eine Familie hat viele Generationen und viele Schicksale. Lass es nicht zu, dass du Träger von Emotionen wirst, die nicht zu dir gehören. Entscheide du, was du möchtest.