Erfahrungen & Bewertungen zu Gesundheitspraxis Petra Kaufmann

Resilienz, Genealogie

und ein kleines Stückchen von mir

 

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Ich bin ein Kind vom Land, auf dem Bauernhof groß geworden. Landkinder sind glückliche Kinder. Den ganzen Tag in der Natur, man genießt die Freiheit, der Wind weht um die Nase, alles ist unkonventionell. Als Kind in den 70iger Jahren noch viel mehr. Am Wochenende gehst du ins Bett, wenn die Sonne untergeht, die hast 3 Tiere mehr wie deine Freunde, einen riesigen Platz anstatt auf 3 Zimmer begrenzt, wenn du Hunger hast gehst du in den Garten oder holst was Eingemachtes aus dem Keller. Die Welt kann wunderbar sein. Ich habe es sehr genossen. Mein Opa war zuhause, wenn ich wollte hat er mit mir Radtouren gemacht, wir haben Karten gespielt, er hat mir im Wald Pilze, Beeren und Pflanzen erklärt. Das alles weiß ich bis heute und bin ihm echt dankbar für seine Zeit und sein Wissen. Früher gab es ja noch nicht so große Ausbildungen, daher war er Landwirt. Ein ruhiger und einfacher Mensch. Dann gab es aber auch die Oma. Leider war sie nicht so ruhig und geduldig. Das Leben hat sie schroff gemacht. Opa funktionierte so, wie Oma es verlangte. Das Haus war groß, daher lebten hier, 3 Generationen. Der Clan-Chef: meine Oma. Alles musste gemacht werden, wie sie es verlangte. Das Leben hatte sie hart gemacht. 4 Kinder, 4 Väter. Das kam nach ihrem Tod stückweise heraus. Das Bild wird vollständiger. Die älteste Tochter, meine Mutter, nicht gewollt und ihr leiblicher Vater, für sie nicht erreichbar. Der nächste Sohn, Vergewaltigung. Ein Russe wollte das letzte Pferd des Hofes haben. Sie hat sich erbarmt und ist schwanger geworden dabei. Der Sohn- lebenslanger Hass. Der nächste Sohn- Vater: der Bruder meines Opas. Den hat sie geliebt. Aber, auch er unerreichbar, da er mit der eigenen Schwester verheiratet war. Der letzte Sohn- tatsächlicher, einziger Sohn meines Opas. Er war aber nur da und nicht wirklich geliebt, wie fast alle. Meine Mutter hatte eine Kindheit geprägt von Härte, Schlägen und Missgunst. Omas Kindheit war auch nicht schön, warum soll es ihren Kindern anders ergehen.

Dies könnten die Gedanken einer unfreien, mit Ablehnung erzogenen Frau sein.

Was könnte ich nur ohne Kinder tun? Ich wäre frei.

Meine Tochter, nachdem der Versuch sie mit 6 Wochen in das Bett ihrer Cousine mit Gehirnhautentzündung zu legen, gescheitert war,  ist sie nicht gestorben und hat sich nur angesteckt. Ist sie halt da. Dann muss ich meinen Hass an ihr auslassen. Es geht nicht anders. Das 5 jährige Kind soll jeden Abend in die 1km entfernte Gaststätte laufen und Milch wegbringen. Im Dunklen, durch den Wald. Sie hat Angst und weint. Egal, vielleicht nimmt sie jemand mit. Der größere Bruder- immer habe ich den Soldaten vor Augen. Ich will ihn nicht. Ich kann nicht erkennen, wie tierlieb und naturverbunden er eigentlich ist. Ich gebe ihn weg. Mit 15 Jahren in die Lehre. Er hat das sehr bedauert, aber ich kann nicht. Der nächste Sohn, das ist mein Engel, mein Lichtblick. Der Vater ist zwar mein Schwager, dass weiß aber keiner, denke ich zumindest. Ich liebe ihn. Ich weiß nicht wie sich das anfühlt, aber so muss es wohl sein. Mein Mann- nach vielen Jahren im Krieg, das letzte war Stalingrad, habe ich gedacht, er käme nicht mehr wieder. Aber nein, oh Gott, da steht er in der Tür und ich mit 3 Kindern, die er nicht kennt. Ein Kind sollten wir gemeinsam haben, dann soll es so sein. Er sieht dem Vater ähnlich und ist sehr ruhig. Man merkt ihn kaum. Die Kriegszeit geht zu Ende. Es ist eine verschwiegene Zeit. Man ist froh, diesem Schrecken entkommen zu sein. Es wird dahin gelebt, von Liebe keine Spur. Ideale, die hatte man früher, heute ist die Realität. Die Ereignisse und das schlechte Gewissen verblassen, der Alltag hält Einzug. Die Kinder sind fast alle weg. Außer meinem Stern, dessen Geheimnis nur ich und der Vater kennt. Er muss bei mir bleiben. Meine Tochter: Hat geheiratet und hat ein Kind , vielleicht kann ich was wieder gut machen und arbeiten kann sie ja. Jede Hilfe kann ich gebrauchen, ich werde auch älter. Alles muss so paßieren , wie ich es will. Ich bin die Patriarchin. Die Tochter baut die Scheune aus und ist da. Hoffentlich kann ich das aushalten mit ihr. Sie sieht gut aus, hat viel Humor. Das hatte ich auch mal. Mal sehen wie es wird. Wenn es nichts wird, dann sollen sie wieder gehen. Eigentlich läuft alles ganz gut, ich muss die Arbeit nicht alleine machen. Mein Mann wird nur ernst, wenn er mal betrunken ist, dann ist ihm die Wahrheit präsent. Gott sei dank haben wir das Gewehr, mit dem er vor mir stand, wieder weggepackt. Die Jahre ziehen ins Land. Mein Leben läuft so dahin. Ich werde nichts mehr erleben und wer soll den Hof mal erben? Meine Tochter hat mich wieder geärgert. Sie wird frech, hat ihre eigene Meinung. Das gefällt mir gar nicht. Auch der Mann. Ich muss mir was überlegen. Den Ausbau der Scheune haben sie zwar selber bezahlt und viel gearbeitet, aber: Wer nicht hören will, muss fühlen! So ist das nun mal.

Meine Überlegung hat ergeben, sie sollen wieder gehen. Es ist nicht schön, mir aber egal. Wir schenken alles meinem Engel. Dann ist es was für die Ewigkeit. Mein Mann macht das, was ich sage. Dann machen wir das so.

Meine Tochter ist ausgezogen. Es ist besser so. Ich mache mir keine Gedanken, dass sie ganz von vorne anfangen muss mit 50. Das Leben hat es mit mir auch nicht immer gut gemeint. So ist das jetzt. Wir können hier jetzt zu dritt friedlich weiterleben. Mein Sohn ist ja bei mir. Wenn er da ist, habe ich immer ein Stück Liebe meines Schwagers bei mir. Die beiden anderen Jungs sind gestorben mittlerweile. Auf der Beerdigung war ich nicht. Ich weiß ja gar nicht, woran sie gestorben sind. Die Kirche am Samstag gibt mir immer ein bisschen Frieden. Sonst habe ich ja nichts. Außerdem sieht man da die Leute, bekommt was mit und ist nicht so isoliert. Mein Mann ist gestorben und mir geht es auch nicht mehr gut. Viele Krankheiten plagen meinen Ablauf. Das Leben ist nicht mehr schön. Es ist der Heilige Abend. Ich glaube es ist Zeit zu gehen. Auf dem Weg in den Himmel ist mir vieles bewusst geworden, ich kann mir meine Wolke nicht aussuchen. So bin ich hier oben nach der Suche des Seins. Wie muss ein Leben verlaufen? Wo soll man lieben, wo muss Gerechtigkeit oder Verzeihen her? Das Leben ist irdisch und ich habe vieles nicht gewusst. Jetzt habe ich erst einmal viel Zeit zum Nachdenken.

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